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Die Forschergruppe hat sich aufgrund des gemeinsamen Interesses an der Funktionsweise und Evolution des Säugetiergebisses zusammengefunden. Die große morphologische Diversität fossiler und rezenter Säugetiergebisse wurde von vielen Autoren beschrieben, aber das Verständnis der funktionalen Zusammenhänge ist bisher erstaunlich gering. Die traditionelle Beschreibung der Kieferbewegung mit orthal, propalinal und lateral ist in vielen Fällen unzureichend. Ausgehend von den Striae auf den Kauflächen sollen die Bewegungsabläufe während des Kauvorganges rekonstruiert werden.

Dieser Ansatz wurde gewählt, weil diese Datenquelle in rezentem wie fossilem Material verfügbar ist. Untersucht werden soll, wie sich mit der Zahnmorphologie die Kieferbewegung während der Phylogenie- aber auch in der Ontogenie verändert. Die unterschiedliche Effizienz mit der verschiedene Zahnformen Pflanzenmaterial aufbereiten können, soll unter biomechanischen und energetischen Gesichtspunkten an lebenden Tieren experimentell untersucht werden, denen standardisiertes Pflanzenmaterial vorgelegt wird.

Die Zerstörung der Pflanzen in der Mundhöhle kann als Maß für den Energiegewinn angesehen werden. Damit soll ein neuer Ansatz zur Interpretation der evolutiven Veränderungen im Gebiss der Säugetiere gewonnen werden.

Vier Themenkomplexe werden untersucht:

  1. Baumaterialen der Zähne (Dentin, Schmelz und organische Materialien)
  2. Kaubewegungen
  3. Nahrungszerkleinerung und Energiegewinn
  4. Evolutionäre Veränderungen

Neben den üblichen Techniken werden bei den Untersuchungen der Forschergruppe dreidimensionale Aufnahme- und Bildverarbeitungsverfahren eingesetzt werden, um das komplizierte Ineinanderwirken der Kontaktflächen von Ober- und Unterkieferbezahnungen darstellen zu können.

 

Die virtuelle Simulation von Kauvorgängen wird grundlegend neue Erkenntnisse zur Entstehung von Attritionsfacetten liefern und wesentliche neue Impulse zum Verständnis der Funktionalität von Säugetiergebissen liefern.